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Sanierungsprojekt. Phase 2.2: Auszug aus der Komfortzone

Überraschung! Ich bin ja eher der Wort-Mensch. Nein, das war jetzt nicht die Überraschung. Überraschend ist, dass ich als ausgesprochener Sprachen – Mensch die letzten paar Monate fast ausschließlich von Zahlen umgeben war. Mein Leben hat sich um Kalorien/Joule, Gramm, Kilogramm, Zentimeter, ja, sogar Alters- und Jahreszahlen gedreht. Noch überraschender: ich mache selbst aus ein paar klaren Zahlen noch gute 1300 mehr oder weniger blumige Worte. Aber lest selbst… 

Okay, ganz von vorne. Ach was, machen wir doch einfach mal alles anders als sonst. Das Beste muss ja nicht immer zum Schluss kommen.
Ich habe Gewicht verloren. Ziemlich viel in ziemlich kurzer Zeit. Ihr wollt es präziser. Let me present the results:Gewicht

Beim Blick auf die Tabelle (oder auf das Ergebnis in Person) wird klar, dass ich vor allem in den letzten vier der insgesamt sieben Monate nicht nur eben mal noch ein paar mehr Kilogramm los geworden bin, sondern eine wie man wohl so schön sagt body transformation absolviert habe. Nun ist nicht schwer zu erraten, welche Frage mir – neben des „Warums?“ – dazu am häufigsten gestellt wird: „Wie hast Du das gemacht?!“ Die meisten wollen als Antwort darauf natürlich gerne ein komplettes Ernährungs- und Fitnessprogramm hören. Sorry, das wird an dieser Stelle nicht erfolgen. Fakt ist natürlich, dass ich meine Ernährung umgestellt habe und Sport treibe – anders ließe sich so ein Ergebnis auch nicht erzielen (lassen wir die Optionen Chirurg und Entführung/ Körpertausch durch Aliens mal beiseite).

Ein Großteil der Antworten versteckt sich was mich betrifft allerdings bereits in jenem Satz weiter oben:

  1. Ich habe einfach mal alles anders gemacht als sonst.

  2. Ich habe einfach mal GEMACHT.

Das mag jetzt lapidar klingen, ist es aber nicht. Denn dahinter versteckt sich ein über 10 Jahre dauernder Prozess mit vielen Rückschlägen. In den vergangenen Jahren gab es viele Ansätze oder Anläufe zur (auch, aber nicht nur) körperlichen Veränderung, in deren Verlauf ich immer wieder auf dem Weg gescheitert bin. Sei ehrlich, meist bremst man sich dabei doch selbst aus; vor allem weil man sich in letzter Konsequenz nicht aus seiner Komfortzone traut. Ist ja wirklich auch bequem und hübsch eingerichtet, dieser Komfort-Raum: Vitrinen vollgestellt mit Selbstmitleids-Pokalen, Kissen gestopft mit Ausreden, das Sofa aus gesellschaftlichem Status-Polster und auf dem Tisch davor der Teller mit den Mir-geht’s-doch-eigentlich-gut-Keksen. Und irgendwann merkt man gar nicht mehr, dass man über die Jahre um diesen komfortablen Raum bereits ein ganzes Haus aus noch mehr Ausreden, Selbstmitleid und Bequemlichkeit erbaut hat. Wenn man dann aber, wie ich es bekanntlich getan habe, anfängt, sein gesamtes Leben mal aufzuräumen, muss man erkennen, dass dieses Haus ganz dringend eine Renovierung benötigt. Da hilft keine Schönheitsreparatur mehr, wir sprechen hier von einer Kernsanierung. pexels-photo-2422464.jpeg

Auch wenn diese Sanierung mein gesamtes Leben betrifft, lässt sich das Ganze nun auch wunderbar und 1:1 auf meine körperliche Konstitution übertragen. Denn schließlich hat mein Körper mich ja diese letzten Jahre ertragen müssen. Es war also einfach an der Zeit, sich mal wieder ernsthaft um ihn zu kümmern, bevor das ganze Haus zusammenstürzt.

Also, zurück zur body transformation oder Sanierungsphase 2.2  (wir erinnern uns: heute machen wir alles anders: ich lasse das mit der Chronologie und wir vergessen mal Phase 1 – 2.1). Die ersten drei Monate habe ich tatsächlich das gemacht, was ich immer mal wieder auch früher schon gemacht hatte – viele von uns kennen das: ‚Hach, ich müsste mal wieder abnehmen … geht so nicht weiter … wirst ja nicht jünger … wird dann auch nicht leichter …  mehr Sport, usw.“ Das hat offensichtlich bis zu einem Punkt auch ganz gut geklappt – 7.5 kg Gewichtsverlust mit Hilfe einer App und moderater Bewegung sind ja auch schon ganz okay… Was aber habe ich ab diesem Zeitpunkt dann anders als die Jahre vorher gemacht?

  • Ich habe entschieden und ein klares Ziel formuliert. Memo: #44 ist immer am START. Dabei war für mich ganz klar, dass ich nicht definiere, was ich nicht mehr möchte, sondern entscheide was ich will. Merke: Konjunktive gibt’s nicht mehr. Negative genauso wenig.
    • Mein Ziel: Ich will wieder so viel/wenig wiegen wie vor meiner Schwangerschaft (= 65 kg)
  • Ich habe Selbstzweifel und Selbstmitleid über Bord geworfen – kurzum ich war einfach mal gnadenlos ehrlich und gleichzeitig ungewohnt gut zu mir selbst. Denn, let’s face the truth, und auch wenn es sich wie ein abgedroschener Motivationsposterspruch liest, Fakt ist: Du hast nur dieses eine Leben und nur Du selbst kannst verändern, wenn Du etwas ändern willst. Oder in meinen Worten:
    • Wenn Du dir die ganze Zeit nur selbst Honig um den Mund schmierst, wirst Du davon auch nur fetter.
    • Keiner bringt Dir die vergangenen Jahre zurück. Schließe ab und schließe Frieden damit.
  • Ich habe die Chance genutzt, die mir zur rechten Zeit geboten wurde und dabei ganz genau nur zwei Menschen vertraut:
    •  Nummer 1: Mir selbst: ich weiß sehr wohl, was ich leisten kann. Die Beweise musste ich nur wieder unter den Selbstmitleids-Pokalen hervorkramen.
    • Nummer 2: Der professionellen Unterstützung, die ich mir für den weiteren Prozess gesucht hatte.

An dieser Stelle sei nicht verschwiegen, dass ich es einer wirklich glücklichen Fügung zu verdanken habe, dass es nicht zum typischen Rückfall in alte Muster gekommen ist. Ich hatte das in meinem Leben eher sehr sehr seltene Glück, dass Ort, Zeit, Gelegenheit und Mittel (ich traue es mich kaum zu sagen) PERFEKT zusammengespielt haben. Im Klartext: Ich hatte durch Änderungen in meinem beruflichen und privaten Umfeld sowohl die zeitlichen als auch finanziellen Mittel, Raum für mich zu schaffen und sowohl Zeit als auch Geld in meine Entwicklung zu investieren.

Wäre ich nun der romantisch verklärte Typ hätte ich mir, mein Glück ob des Zusammenspiels kosmischer Energien  kaum fassend, die für meinen Körper passende Tunika übergeworfen, Rotwein getrunken und bei Mondlicht mein inneres Kind angerufen.
Da ich aber die bin, die ich immer eigentlich war und doch erst wieder in den letzten Monaten geworden bin, dachte ich mir ‚Face your fears, zieh die engen Sportklamotten an und  beweg‘ deinen [Ihr wisst schon was] ins Studio‘.

Womit wir dann zurück bei der professionellen Unterstützung wären, die ich beim Auszug aus meiner Komfortzone gesucht und glücklicherweise gefunden habe. Auch dies ist eines der Dinge, die ich diesmal anders gemacht habe bzw. das Resultat von guter Selbstreflexion. Es war mir nämlich bei Kilo 76 absolut bewusst, dass ich – weil ich eben so ticke, wie ich ticke – Gefahr laufe, entweder mein Ziel wieder aus den Augen zu verlieren oder wegen (u.a.) meines übertriebenen Perfektionismus‘ mit high speed in die Essstörung oder den Burn out zu rennen. Also, neben der Erkenntnis „Ab hier schaffst Du das nicht alleine und musst es auch nicht“, die Entscheidung: „Du suchst Dir Unterstützung und wenn Du die findest, nimmst Du sie auch an.“ [Notiz: keines von beidem ist für Einzelkämpfer wie mich einfach.]

Dass sich so ein Auszug aus der Komfortzone lohnen kann,  beweisen dann sogar einem Hardcore-Wort-Menschen wie mir am Ende die Fakten in klaren Zahlen.

Warum Zahlen auch weiterhin in meinem Leben eine Rolle spielen, ich aber trotzdem manchmal noch nicht einmal bis DREI zählen kann, warum ich das auch nicht muss und was das Fitnesstraining damit zu tun hat, erfahrt Ihr im nächsten Beitrag. Ich hoffe, Ihr bleibt dran – ich MACHE es ;-)

 

 

 

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